Zu Besuch beim Saucenfritz in Berlin

Zu Besuch beim Saucenfritz in Berlin
Zu Besuch beim Saucenfritz in Berlin

Bist du der Meinung, laktose- und glutenfreie, vegetarische Saucen für Salate oder zum Grillen, die 100% bio sind, aus regionalem Anbau stammen und sogar mit Ökostrom hergestellt wurden, gibt es nicht? Dachten wir auch, aber wir haben die Firma Saucenfritz entdeckt, die genau das in einer kleinen Saucenmanufaktur macht. Wir haben uns die Produkte und ihre Herstellung angeschaut.

Die Regale in den Supermärkten sind voll mit Lebensmitteln. Darunter befinden sich teils gute aber auch teils schlechte Produkte und die Auswahl fällt nicht immer leicht. Genauso ist es auch bei fertigen Saucen. Meist bestehen sie zum größten Teil aus Zucker, Wasser und irgendwelchen E-Stoffen. Alles irgendwie nicht so super.

Dass das auch anders geht, will Jan Daniel Fritz mit seiner kleinen, im Jahre 2012 gegründeten Saucenmanufaktur Saucenfritz beweisen. Sein Ziel ist es leckere Saucen herzustellen in denen gute, regionale Bioprodukte stecken. Und genau das hat er geschafft. Gegründet hat der gebürtige Frankfurter und Vater von zwei Kindern sein Unternehmen unter dem Namen Salatfritz. Wie der Name schon sagt, wurden anfänglich schwerpunktmäßig Salatsaucen produziert, doch das Sortiment hat sich recht schnell vergrößert und auch die Anwendungsbereiche der Produkte haben sich verändert. Deshalb wurde aus dem Salatfritz irgendwann der Saucenfritz.

Wir haben die Produkte vor einiger Zeit selber beim Grillen getestet. Herausgekommen sind köstliche Salate und ultra gute Burger. Die Qualität und der Geschmack haben uns auf ganzer Linie überzeugt. Da wir aber auch vom Konzept ziemlich begeistert waren, wollten wir uns die kleine Manufaktur mal anschauen und herausfinden, wie und wo die Saucen produziert werden.

So kam es dann auch und Jan Daniel Fritz hat uns an einem Wochenende in der Produktionsstätte in Berlin Weißensee empfangen. Es war wirklich interessant zu sehen, wie die Herstellung funktioniert. Unsere Eindrücke haben wir in einer kleinen Reportage zusammengefasst.

Inhaltsverzeichnis

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Die Produktion | Das Gewürzlager | Die Packstation | Der Praxistest

Die Produktion

Der Chef Jan Daniel Fritz am Herd: Die Saucen werden in riesigen Töpfen gekocht.

Der Chef Jan Daniel Fritz am Herd: Die Saucen werden in riesigen Töpfen gekocht.

Anfänglich wurde in einem kleinen Restaurant produziert. Doch schnell wurde klar, dass die räumlichen Kapazitäten auf lange Sicht ausgeschöpft sein werden. Deshalb ist Jan Daniel Fritz mit seiner Manufaktur vor kurzem in eine größere Produktionsstätte in Berlin Weißensee umgezogen. Die Herstellung hat sich dadurch allerdings nicht wesentlich verändert.

Alle Zutaten werden in riesigen Töpfen mit einem Fassungsvermögen von 100 bis 150 Liter vermengt und dann gekocht. Anschließend kommt ein riesiger Gastronomiemixer zum Einsatz mit dem die Saucen püriert werden.

Lediglich die Abfüllung findet inzwischen halbautomatisch statt und wird durch eine entsprechende Anlage vereinfacht. Auch in einer Manufaktur müssen eben neben der ganzen Handarbeit ab einem gewissen Absatzvolumen Abläufe verbessert und effizienter gestaltet werden.

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Das Gewürzlager

Der Saucenfritz mit echten Berliner Chilis. Sie geben einigen Saucen die richtige Würze.

Der Saucenfritz mit echten Berliner Chilis. Sie geben einigen Saucen die richtige Würze.

Als die Tür vom Gewürzlager aufgegangen ist, kam uns ein dickes Brett unterschiedlicher Gerüche entgegen. In der Luft lagen Chilinoten, Raucharomen und viele andere und teilweise exotische Düfte. Ein Geruchsflash!

Wir konnten einen Blick in die geheimen Vorratsschränke werfen und da wurde sofort klar, woher die Gerüche kommen: getrocknete Berliner Chilis (ja wirklich, Berliner Chilis – gesäht, gezogen und geerntet in der Hauptstadt!), geräuchertes Salz, geräucherter Zucker, Andaliman Pfeffer aus Indonesien und noch vieles mehr.

Wir durften auch mal probieren: zitroniger Andaliman Pfeffer aus Indonesien

Wir durften auch mal probieren: zitroniger Andaliman Pfeffer aus Indonesien

Wir durften dann auch mal probieren und haben uns für den geräucherten Zucker und den indonesischen Andaliman Pfeffer entschieden. Der Rauchzucker schmeckt roh ziemlich ungewöhnlich aber sehr interessant. Wer schonmal karamelisierten Bacon gegessen hat (falls du das noch nicht getan hast, solltest du das unbedingt machen!), kann sich den Geschmack ungefähr vorstellen. Der Zucker und auch das Rauchsalz werden in einer Räucherei in Brandenburg an der Havel im Kalträucherverfahren hergestellt.

Auch der Andaliman Pfeffer war uns neu. Er schmeckt zitronig, ist eigentlich nicht wirklich scharf, aber er prickelt leicht auf der Zunge. Ziemlich cool!

Regionalität ist wichtig

Das Unternehmen ist sehr bemüht die meisten ihrer zugelieferten Produkte aus dem regionalem Umland zu beziehen. Bei vielen Zutaten ist das möglich. Zusätzlich dazu arbeitet Saucenfritz auch mit Behindertenwerkstätten zusammen. Aus so einer Einrichtung stammen beispielsweise auch die Berliner Chilis.

Wir haben uns gefragt, wie und wo man solche – für den deutschen Markt doch eher ungewöhnlichen Zutaten – findet bzw. kaufen kann. Jan Daniel Fritz bekommt die meisten der Sachen entweder von Freunden empfohlen die irgendwas Neues im Ausland entdeckt haben, oder er lässt sich auf verschiedenen Food-Messen inspirieren. Ist eine interessante neue Zutat gefunden, wird erstmal in Kleinstchargen ausprobiert, verkostet und und so lange verfeinert, bis es irgendwann passt.

Schafft es eine Zutat in ein neues Produkt, wird Kontakt mit Händlern und Produzenten aufgenommen. Dann müssen allerdings noch einige Qualitätsstandards überprüft werden. Da alle Erzeugnisse vom Saucenfritz das BIO-Siegel tragen, ist es teilweise gar nicht so einfach, neue Lieferanten zu finden, die diese Standards dauerhaft einhalten. Besonders mit im Ausland produzierten Zutaten kann es schwierig werden, da dort oftmals andere Richtlinien gelten. Passt ein Standard nicht, oder wird im Laufe der Zeit nicht mehr eingehalten, werden zwangsläufig auch mal Lieferanten gewechselt.

Um die BIO- und andere Zertifizierungen bekommen und vor allem behalten zu können, müssen viele Faktoren stimmen und laufend überprüft werden. Da kann es schon am Papier scheitern, in dem Zutaten eingepackt werden. Wenn das beispielsweise alte Zeitungen sind, kann es sein, dass die Zutaten mit Schadstoffen belastet werden, die in der Druckfarbe stecken. Say what?! Das war uns vorher gar nicht wirklich klar und es war ziemlich interessant mal einen kleinen Einblick in die Auflagen verschiedener Zertifizierungssysteme zu bekommen.

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Die Packstation

Die Etiketten werden noch von Hand zugeschnitten ...

Die Etiketten werden noch von Hand zugeschnitten …

Nachdem die Saucen gekocht, püriert und abgefüllt worden sind, müssen sie noch etikettiert werden. Auch das ist noch Handarbeit und wird von den Mitarbeitern persönlich in einem separatem Raum übernommen.

... und dann auf die Gläser geklebt.

… und dann auf die Gläser geklebt.

Wenn die Etiketten mit einer Handschneidemaschine zurechtgeschnitten wurden, werden sie auf die Gläser geklebt. Das kann bei einer großen Bestellung schonmal etwas Zeit in Anspruch nehmen, muss aber gemacht werden 🙂

Die Saucen werden für den Onlineversand gut verpackt.

Die Saucen werden für den Onlineversand gut verpackt.

Sind alle Gläser mit Etiketten versehen, werden sie für den Versand vorbereitet. Damit die Saucen bei einer Bestellung über den Onlineshop schnell verschickt werden können, werden sie vorbereitet, verpackt und gelagert. Größere Lieferungen für den Einzelhandel werden allerdings in größeren Chargen hergestellt, in Kisten gepackt und auf Europaletten konfektioniert.

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Die Produkte vom Saucenfritz in der (Burger-)Praxis

Damit wir hier nichts vom Pferd erzählen, haben wir die Saucen natürlich auch selber getestet. In unserem Fall sollten sie selbstgegrillte Burger, Pommes und Salat verfeinern.

Selbstgemachte Burger mit knusprigem Bacon, Rucola, Tomaten, Gurken, Röstzwiebeln und Pommes als Beilage

Selbstgemachte Burger mit knusprigem Bacon, Rucola, Tomaten, Gurken, Röstzwiebeln und Pommes als Beilage

An unserem Grillabend standen uns die Kiez Mayo, die scharfe Kiez Keule, die Kiez Aioli, die Kiez Remou, das Ceasar- und das Joghurtdressing zur Verfügung.

Die beiden Dressings waren für die Beilagensalate vorgesehen und schmecken wirklich gut und sind für Grünzeug jeglicher Art optimal geeignet.

Die Mayo, die Remou und auch die Aioli standen als Dip für die Pommes bereit (ja, es gibt Leute, die ihre Pommes tatsächlich mit Aioli oder Remou essen…). Da diese drei Produkte anders als üblich vegan sind und somit ausschließlich mit pflanzlichen Zutaten hergestellt werden, unterscheidet sich der Geschmack von den konventionell hergestellten Versionen. Etwas ungewöhnlich aber auch sie schmecken sehr gut.

Wir mögen unsere Burger gerne deftig und würzig – deshalb haben wir dafür die Kiez Keule als Sauce eingeplant. Wie sich herausstellen sollte, war das aufgrund ihrer angenehmen Schärfe eine gute Wahl. Der Chilianteil harmoniert super mit einem Hauch von Curry und einer fruchtigen Himbeernote. Sehr lecker, aber für Kinder aufgrund der Schärfe nur bedingt geeignet. Für die Kleinen ist eher ein normaler Ketchup zu empfehlen. Aber Erwachsene, die es etwas schärfer mögen, können mit dieser Sauce absolut nichts falsch machen.

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Der Chef hat eigentlich ständig neue Ideen im Kopf und er kann sich als zukünftige Produktlinie unter anderem auch deftige, vegane Brotaufstriche vorstellen, die man zum Frühstück essen kann. Herr Fritz mag es zum Frühstück persönlich lieber deftig und lässt die Marmelade lieber für andere übrig 🙂 Wir sehen das übrigens genauso und hoffen, dass diese Idee auch tatsächlich umgesetzt wird.

Auch wenn es sich um eine kleine Manufaktur handelt, hat uns die Professionalität und die Qualität der Produktion beeindruckt. Vom Startup zum erfolgreichen Unternehmen. Wir sagen super, und weiter so!

Wer jetzt Lust bekommen hat die Saucen selber mal zu probieren, kann sie unter anderem bei der Biocompany, bei denns oder im Onlineshop auf der Seite vom Saucenfritz kaufen. Auf der Webseite sind neben den eigentlichen Produkten auch noch Videos mit Rezeptideen zu finden.

Vielen Dank an Jan Daniel Fritz für die Beantwortung unserer Fragen und die Möglichkeit die Produktionsstätte besuchen zu dürfen!

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